Die Fotos von Tania Raschied sind ungewöhnlich, obwohl sie Gewöhnliches darstellen. "Man möchte ihre Bilder berühren, in sie hineinsteigen", sagt Helmut Hable.

„Tania hat ein sicheres Gespür für das Außergewöhnliche.“ Die Wiener Fotografin Tania Raschied hat den Freund und Künstler aus Völs gebeten, ein paar Worte zur Ausstellungseröffnung am Freitag-Abend im Kunst-Werk-Raum in Mieming zu sprechen. 

Was Hable und alle anderen Betrachter der Kunstfotografien von Tania Raschied einnimmt, sind die „sprachlosen Hinweise auf das stille Drama der Vergänglichkeit ihrer Heimat.“ 

Die Künstlerin stammt aus Silêmanî, einer Universitätsstadt im Irak und mit 1.607.000 Einwohnern eine der größten Städte der Autonomen Region Kurdistan. Mit ihrem Mann, dem Künstler und Galeristen Faek Rasul, kam Tania Raschied auf abenteuerlichen Fluchtwegen nach Wien. Dort lebt und arbeitet sie seit 1987.

Tania Raschied fotografiert Spuren des Alltags, auf Wänden und Mauern. Ihr Atelier ist der öffentliche Raum. Die staubigen und von Wind und Wetter verblassten Hauswände zeigen Spuren der Vergänglichkeit. Risse und Sprünge, aber auch wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen. Da sehen wir keine Angst machenden Bilder vom Krieg. Von Tod, Verzweiflung und der sinnlosen Vernichtung von Leben.

Was wir in Tania Raschieds Ausstellung sehen, sind ausnahmslos Bilder, die Mut machen, den Augenblick zu genießen. Geprägt von der Hoffnung auf eine Zukunft, die farbig, fröhlich und vor allem friedlich ist. In der Menschen im Einklang miteinander leben.

Wir kommen ins Gespräch. Tania Raschied blättert im Katalog zur aktuellen Ausstellung „Spuren – Kurdistan 2017“ und erzählt, wo ihre Bilder entstanden sind und welche Empfindungen sie bei ihr auslösen. Beim Zuhören dringt man ganz tief in die Welt der Fotografin ein. Ihre Kamera entdeckt Bilder, die andernorts abgewaschen werden. Das sind nicht selten die Kreidezeichnungen von Kinderhand, die uns verraten, wie die namenlosen Künstlerinnen und Künstler sich ihre geschundene Heimat lebenswert vorstellen. Da sieht man Häuser, umgeben von Bäumen und Blumen. Spielende Kinder, bunte Schmetterlinge und durch die Straßen und Gassen flanierende Damen mit Sonnenschirmen. 

„Ihre Bilder laden ein“, sagt Laudator Helmut Hable, „sich aufs Leben einzulassen und die Schönheit im Alltäglichen zu entdecken.“ Die Kunstfotografin Tania Raschied schätzt das Abstrakte. „Ihre Bilder dokumentieren Zufall und Zeit“, sagt Helmut Hable, der ein gutes Gespür für die Stimmungen ihrer Kunst hat. „Die geht zu Herzen, berührt, macht sprachlos ohne zu schockieren“, sagt er.

Durch die Montage der Fotos auf Holz und die Rahmung in Schattenfugen, wird die Illusion von abstrakten Gemälden verstärkt. Die Fotos entstanden überwiegend in diesem Jahr.

Tania Raschied, „Spuren“ – Fotografien aus Kurdistan 2017. Die Ausstellung ist vom 22. April bis 7. Mai 2017 zu sehen.

Samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Im Kunst-Werk-Raum/Mesnerhaus in Untermieming.

Fotos: Knut Kuckel

Tania Raschied
geb. 1958 in Sulaimani, Kurdistan, Irak
Ausstellungen:
2010 „Kurdistan – Impressionen und Begegnungen“, VHS 3, Wien
2011 „Spuren“, Atelier Josef Bernhardt, Forchtenstein
2013 „Fotografie heute“ Ausstellungssaal Kultur im 3.
2014 „Spuren“ Museum Sulaimaniya/Irak
„Spuren“ Galerie Runakbiry, Khanaqin/Irak
„Spuren“ Künstlerhaus Kalar/Irak
„3+2“, Weinhauer[Haus], Gumpoldskirchen
„Die Magie des Alltäglichen“ Brick-5, Wien
„Spuren“ VHS 20, Wien
„Spuren“ VHS 3, Wien
2015 „Pariser Spuren“ Buch & Kunst, Wien
„Wendepunkt“ Galerie Alpha, Wien
2016 Amani Gallery, Wien
„Spuren“ Galerie OHO, Oberwart, Bgld.
„Auf der Flucht“, ART 3 Galerie, Wien
„Hinter dem Schleier“, ART 3 Galerie, Wien

 

Weblinks:

Knut Kuckel

Journalist + Online-Publizist.

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