Ambitionierte, witzige und hintersinnige Objekte, Malereien und Zeichnungen präsentieren bis November Margareta Langer und Maria Meusburger-Schäfer im Kunst-Werk-Raum in Mieming. Mit einer Vernissage am Freitag, dem 16. Oktober 2015 luden die beiden Künstlerinnen zu ihrer Ausstellungseröffnung ins Mesnerhaus ein. Die Ausstellung ist bis 1. November geöffnet. 

Mit Nachdenk-Lyrik und avantgardistisch anmutenden Wortspielereien unterhielten zur Einleitung Johanna und Oswald Kollreider. Die Innsbrucker gehören zum engen Freundeskreis der beiden Künstlerinnen. Dazu zählt auch Kunst-Werk-Raum-Obmann Hannes Metnitzer, der „seine“ aktuellen Künstlerinnen deshalb auch sehr persönlich vorstellte.

„Ein Fest bei Freunden“, soll diese Ausstellung sein, wünscht sich Maria Meusburger-Schäfer. Sozusagen „ein Heimspiel“. Kennengelernt haben sich die Kufsteinerin Margareta Langer und die in Innsbruck aufgewachsene (in Linz lebende) Maria Meusburger-Schäfer, beim gemeinsamen Studium am Mozarteum in Salzburg.

Die Künstlerinnen spielen mit Materialien und Ausdrucksmöglichkeiten. Ihre Kunst spricht an, ist sympathisch. Lässt auch unkonventionelle Fragen zu.

„Wer die Fähigkeit zu spielen verliert, verliert auch das Gefühl dafür, dass die Welt plastisch ist“, Maria Meusburger-Schäfer zitiert den englischen Philosophen Richard Sennett und sagt, dass sich mit dieser Aussage ihre künstlerischen Arbeiten und die von Margareta Langer in gleicher Weise treffend umschreiben ließen.

Spiele in einer plastischen Welt. Um herauszufinden, was das bedeuten könnte, lohnt sich an einem der nächsten Wochenenden ein Ausstellungsbesuch. Begleiten Sie uns zur Einstimmung zu einem Kurzbesuch.

Mit einem aus Gras gefertigten Mantel und grob behauenen Brettern als Schi mit der Marke Ötzi Vogelbeer wartet Margareta Langer auf den Mann vom Haslachjoch. Gras und Holz. Damit hat sie als Kind gespielt. Das „alte“ Material, das vielleicht schon Ötzi wärmte, erscheint in einem neuen Kleid. Es wird heutigen Lebensgewohnheiten und Design gegenübergestellt. „Vielleicht liegen ja auch Antworten für die Probleme unserer Zeit bei unseren Wurzeln“, fragt sich die Künstlerin. „Das Unterfangen auf Ötzi warten zu wollen, erscheint paradox, darf aber durchaus satirisch verstanden werden.“ Denn „ein echtes Zurück zur Natur und in die karge Lebensweise jener Zeit ist weder denkbar, noch wünschenswert.“

Um Körper-und Raumerfahrungen geht es in den Bildern von Maria Meusburger-Schäfer. Gemalte Polstermöbel vermitteln ein Gefühl von weich, bequem und Ruhe. Doch der Augenreiz ist vordergründig. Nicht das Abbild des Fauteuils interessiert die Künstlerin, „vielmehr das Sitzen an sich und die Haltung, die wir bei unseren alltäglichen Bewegungen und Handlungen im Raum einnehmen. Möbel formen uns so wie die Umgebung uns formt und unsere Körper sind ständig gefordert, sich anzupassen.“

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der ideenreichen Arbeit zweier Künstlerinnen, die sich verbunden fühlen. Nie verlieren sie dabei den Anspruch der Kunst aus dem Auge: durch gezieltes Gestalten neue Sinnzusammenhänge kreieren. „Ja, die Welt ist plastisch und damit formbar und veränderbar!“

Kontakt:
Mag.a Margareta Langer, Mozartstrasse, 6065 Kufstein, eMail : marg.langer@aon.at, Tel. 43 680 305574.
Mag.a Maria Meusburger-Schäfer, Nisslstraße 5, 4040 Linz, eMail: maria.meusburger@aon.at, Tel. 43 699 126 95 163, Web: www.meusburger-schaefer.at

Die Ausstellung von Margareta Langer und Maria Meusburger-Schäfer im Kunst-Werk-Raum / Mesnerhaus in Mieming ist bis Sonntag, dem 1. November 2015 geöffnet. Samstags und sonntags, von jeweils 14 bis 18 Uhr.

Kunst-Werk-Raum im Mesnerhaus: → www.kunst-werk-raum.at

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist + Online-Publizist.

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