Wenn Simone vom Hotel-Zoo mit Heidi, Charly, Renate, Fritz, Max und Sophie Picknick macht, ist frühes Aufstehen angesagt. Wer den wöchentlichen Ausgang verschläft, muss nämlich bis zur nächsten Woche warten. Heute war das Fritzchen. Punkt 8 Uhr stehen alle anderen vor ihrem Blockhaus und warten auf die Chefin.

Renate, Charly und ihre fünf Kinder. In Picknick-Stimmung. Foto: Knut Kuckel
Renate, Charly und ihre sechs Kinder. In Picknick-Stimmung. Foto: Knut Kuckel

Simone betreut die „Hopp’l-Popp’l-Mini-Farm“ im Alpenresort Schwarz. Heute haben wir sie bei ihren Tieren besucht und können Euch jetzt einiges erzählen. Über Mini-Hängebauchschweine, Frettchen, Lamas, Ziegen, Ponys und ein paar Seidenhühner.

Die sechs Hauptdarsteller in unserer aktuellen Geschichte sind aber die absoluten Stars auf der Mini-Farm. Das sind die Mini-Hängebauchschweine. „Die werden in einer Woche tausendmal und mehr fotografiert“, erzählt Simone. Deshalb kommen sie ganz nah ‚ran, wenn sie eine Kamera sehen. „Wenn Sie an dein Smartphone kommen, machen sie jede Menge Selfies. Das ist unter Mini-Schweinchen total in.“ Das war wohl nicht ganz ernst gemeint. Oder?

Die Mini-Hängebauchschweine lassen sich gerne fotografieren. Meistens gibt es nämlich anschließend eine fressbare Belohnung. Foto: Knut Kuckel
Die Mini-Hängebauchschweine lassen sich gerne fotografieren. Meistens gibt es nämlich anschließend eine fressbare Belohnung. Foto: Knut Kuckel

Charly ist der Boss im Ring, die Mutter seiner Kinder heißt Renate. Wie die meisten Eltern, sind beide sehr stolz auf ihren Nachwuchs. Am allermeisten auf Heidi und die Nachzügler Max und Sophie. Die sind noch kein Jahr alt. Feiern im Sommer ihren 1. Geburtstag.

„Die zwei jüngsten kamen am 25. August 2014 zur Welt“, sagt Simone beim Vorstellen ihrer kleinen Truppe. Menschen mögen Mini-Hängebauchschweine, weil ihre Borsten keine Allergien auslösen und sie handzahm werden. Bei guter Führung.

Simone zeigt uns ihr Blockhaus. Hier wohnt die ganze Sippe. Gefressen wird vor der Tür. Das hat Charly, das Oberhaupt der Schweine-Sippe so verfügt. Damit im Haus alles sauber bleibt.

Charly ist das Familienoberhaupt der Mini-Hängebauchschweine. An ihm kommt keiner vorbei. Wenn er nicht gerade mit Fressen beschäftigt ist, Foto: Knut Kuckel
Charly ist das Familienoberhaupt der Mini-Hängebauchschweine. An ihm kommt keiner vorbei. Wenn er nicht gerade mit Fressen beschäftigt ist. Und das ist er meistens. Foto: Knut Kuckel

Ein paar weniger guten Eigenschaften haben die Minis auch. Das wollen wir nicht verschweigen. Mini-Hängebauchschweine sind durch und durch bestechlich. Sie lassen sich von jedem um den Finger fickeln, der ihnen etwas Fressbares mitbringt. Dabei sind sie nicht unbedingt wählerisch. Nicht in Bezug auf ihren sozialen Umgang, sondern im Sinne der angebotenen, fressbaren Mitbringsel. So ist das mit den zotteligen Minis. Sie sind wirklich korrupt, bis ins Knochenmark.

„Am liebsten mögen Sie Müsli-Riegel“. Dann ruft Simone „Auf gehts, folgt mir, Ihr Lieben – wir machen Picknick. Und alle trotteln ihr hinterher. Mini-Schweine im Gäsemarsch.

Ihr „Picknick-Korb“ ist eine große, grüne Kunststoff-Tonne. Mit den Inhalten der Tonne verführst du locker jedes Schwein. Wir waren Augenzeugen.

Nur ganze zehn Minuten dauerte das Picknick. Dann war bis zum letzten Krümel alles aufgefressen und man vergnügte sich beim Nachhausegehen noch ein wenig auf vegetarische Art. Auf der Futterweide nebenan wachsen schon jede Menge Frühlingskräuter, Löwenzahn und andere Köstlichkeiten.

Simone ist ein paar Minuten anderenorts beschäftigt. „Wenn du in zehn Minuten wieder da sein kannst, zeige ich Dir, wo unsere Mini-Schwein-Familie wohnt und wer noch so alles nebenan eine Stube hat?“ – „Ja.“ – „Also, bis dann…“ – Zeit, um sich mal umzuschauen. Hinter dem Alpenresort Schwarz „beame“ ich mich in eine andere Zeit. Ich bin auf Zeitreise im Wilden-Westen. Mitten unter Longhorns.

Tipis (das sind Indianerzelte), Longhorns und der Wilde Westen. Gleich hinter dem Hotel, fängt der an. Den Viechern ist es zu warm. Ihr Winterfell juckt. Wo auch immer sie können, kratzen sie sich. Jedenfalls haben jene ausgesprochenes Glück, die Mitte Mai auf die Felderer Alpe dürfen. Wir wünschen allen Longhorns ein langes und gesundes Leben. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Longhorns sind nicht Mitglieder im Hotel-Zoo. Sie sind Teil des Wirtschaftsbetriebes Hotel. Erspart uns, auf die Konsequenzen näher eingehen zu müssen.

Simone packt eine handvoll Heu auf die Schubkarre. "Für den Fotoermin", sagt sie. Danke, dafür! - Foto: Knut Kuckel
Simone packt eine handvoll Heu auf die Schubkarre. „Für den Fotoermin“, sagt sie. Danke, dafür! – Foto: Knut Kuckel

Simone ist wieder da. Sie bereitet alles für den nächsten Foto-Termin vor. Und erzählt ganz nebenbei, dass sie von Beruf eigentlich Journalistin war. In Salzburg Journalistik studiert hat und eine Weile bei der Tiroler Tageszeitung gearbeitet hat. Gelegentlich schreibt sie noch. Am liebsten über Tiere. „Aber dazu habe ich immer weniger Zeit.“

Ein paar Frettchen hüpfen aus ihren Hängematten und lassen sich pflegen. Wellness im Frettchen-Gehege. „Die Frettchen gehören zur Familie der  Iltisse“, erklärt Simone, während Sie einem eine homoöpathische Medizin verabreicht. „Solange das Frettchen an der Tube nascht, kannst Du es fotografieren.“

Die kleinen Tiere müsse alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden. Von Natur aus, sind sie Fleischfresser. Unsere Foto-Modelle sind handzahm. Bei Simone.

Alles ist vorbereitet. Sogar Langschläfer Fritz steht jetzt vor dem Blockhaus der Mini-Hängbauchschweine. „Die Kleinen sind eigentlich Schwarzwälder »Mini-Hängebauchschweine«. Noch kleiner als Mini. Eine besondere Rasse“, sagt Simone. Noch eine Ladung Heu und dann stehen wir uns gegenüber. Sozusagen auf der Terrasse der Mini-Schweine.

„Für die Kinder unserer Hotelgäste machen wir einmal in der Woche einen Ausflug mit den Minis“, hören wir von Simone. „Für Eltern und Freunde ist das der absolute Fotoshooting-Termin. Da machen viele mit. Die Kinder haben eine Freud‘, die Minis gute Unterhaltung und jede Menge Zuwendung.“

Irgenwie ist es mir peinlich, aber ich frage trotzdem: „Werden die Mini-Hängebauchschweine irgendwann einmal ins Schlachthaus gefahren?“ – „Um Gottes Willen, nein!“ – ruft Simone. „Da fällt mir hörbar ein Stein vom Herzen. „Das gilt für alle unsere Tiere im Hotel-Zoo. Aber vielleicht schreibst Du noch, dass die Tiere nicht gefüttert werden sollen? Denn dann werden sie auch nicht krank.“

"Bitte nicht füttern", solch ein Schild hängt überall dort, wo man den Tieren sehr nah ist. Foto: Knut Kuckel
„Bitte nicht füttern“, solch ein Schild hängt überall dort, wo man den Tieren sehr nah ist. Foto: Knut Kuckel

Aber jeder will die Tiere füttern. Das ist anscheinend ein ganz natürlicher Reflex bei Zoo-Besuchern. Großen und Kleinen. Wenn Simone dabei ist, geht das. Aber bitte – nur dann, ja. Versprochen?

Dann spreche ich ein Thema an, dass für gelegentliche Debatten am Zoo-Zaun führt. „Den Zoo dürfen nur Kinder der Hotelgäste besuchen??“ – „Ja“, sagt Simone. „Aber uns helfen auch viele Kinder aus der Gemeinde. Sie kümmern sich um die Ponys und andere Tiere. Ich bin dann dabei, sonst geht das leider nicht. Wir müssten hier gewaltig umbauen und mehr Personal einstellen, wenn wir für mehr Gäste aufsperren würden. Ich glaube, so etwas ist vorläufig nicht angedacht.“

Die "Hopp'lPopp'l-MiniFarm ist für die kleinen Hotelgäste eingerichtet. Die Kinder kommen gerne hier her. Wen wundert's? Foto: Knut Kuckel
Die „Hopp’lPopp’l-MiniFarm ist für die kleinen Hotelgäste eingerichtet. Die Kinder kommen gerne hier her. Wen wundert’s? Foto: Knut Kuckel

„Wenn ihr noch ein paar Minuten Zeit habt, zeige ich euch nocht die Lamas und Ziegen?“ – Die Zeit haben wir. Keine Frage.

„Die Lamas tun mir leid. Sie sehen so ausgefranst aus, weil wir sie scheren mussten“, sagt Simone. „Die Winterwolle musste weg. Für die Tiere ist das auch immer wieder unheimlich. Für ihren Nachwuchs absolut neu. Aber sie fühlen sich später wohler“, sagt sie noch und verabschiedet sich.

Wir sagen „Danke, vielmals“, das war ein schönes Erlebnis. Hier und heute, im Hotel-Zoo. „Wir schauen mal wieder vorbei.“

Knut Kuckel

Journalist + Online-Publizist.

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