Verena Ruech – „Frau Schuster bleibt bei Papas Leisten“

Orthopädie-Schuhmacherin ist der Traumberuf von Verena Ruech – vielseitig, innovativ und nah am Menschen. Die 23-Jährige befindet sich im vierten Lehrjahr und ist jeden Tag aufs Neue begeistert von ihrem Handwerk. Nach der Lehrabschlussprüfung will sie noch Praxis sammeln und die Meisterprüfung machen. Schließlich soll sie irgendwann das Geschäft übernehmen, das ihr Großvater in den 1950er Jahren aufgebaut hat und derzeit von ihrem Vater geführt wird.

Sie wissen, wo der Schuh drückt

Nähen, kleben, klopfen, schneiden, schleifen – Schuhmacher ist ein abwechslungsreiches Handwerk. Die 23-jährige Verena Ruech aus Mieming ist mit Leib und Seele Orthopädie-Schuhmacher-Lehrling. „Ich habe nach der Schule die Koch-Kellner-Lehre gemacht, aber bald gemerkt, dass ich in der Branche nicht glücklich werde“, erzählt Verena. „Dass man als Schuhmacher mit seinen Händen arbeitet, hat mir schon bei meinem Opa und meinem Papa gut gefallen. Also habe ich einen Schnuppertag in Innsbruck bei Schuh Staudinger, meinem jetzigen Lehrbetrieb, gemacht und war sofort begeistert.“

Ziel ist die Selbständigkeit

Mittlerweile befindet sich Verena im vierten Lehrjahr. „Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Wir fertigen orthopädische Einlagen sowie Schuhe bei Fußkrankheiten und Fehlbildungen, z. B. Zehenamputationen, Prothesen oder so genannten Klumpfüßen. Die Schuhe machen wir selbst, vom Entwurf über die Sohle bis zum Schnürsenkel. Außerdem reparieren wir natürlich auch Konfektionsschuhe“, erklärt die 23-Jährige. Die Reparaturen reichen von neuen Absätzen und Reißverschlüssen bis zu Schaftänderungen. Aber auch Gürtel, Taschen und sogar Sättel und dergleichen landen auf dem Schustertisch. Nebenbei muss sich ein Schuhmacher natürlich auch in der menschlichen Anatomie, bei Fußkrankheiten, den neuesten Materialtechnologien und im Verkauf auskennen. Verena wird ihre Lehre diesen Mai abschließen. Danach will sie noch viel praktische Erfahrung sammeln, die Meisterprüfung ablegen und irgendwann das Geschäft ihres Vaters übernehmen. „Das Schönste an unserem Beruf ist die Freude der Kunden über ihre neuen Schuhe“, meint Verena zum Abschluss lachend und schleift schon die nächste Sohle.

Facts und Infos zur Lehre

3 1/2 Jahre dauert die Lehre zum Orthopädie-Schuhmacher. Berufsschule der Orthopädie-Schuhmacher:
Tiroler Fachberufsschule für Garten, Raum und Mode, Expositur Thurnfeld, Kaiser-Max-Straße 3, 6060 Hall, Tel. 05223/42513 E-Mail: direktion@tfbs-garamo.tsn.at, www.tfbs-garamo.tsn.at.

Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil, wobei bei der praktischen Prüfung unter anderem ein Paar Schuhe selbst angefertigt werden muss.

Quelle: Tiroler Tageszeitung

Fotos: Nicole Ginzinger

Nicole Ginzinger

Musikkapelle Mieming, Schriftführerin

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