50 Jahre Mieminger Sänger – eine kleine Chor-Chronik

Den ersten Versuch einen Männergesangsverein ins Leben zu rufen, unternahm der Schuldirektor Karl Miller-Aichholz im Jahre 1960 bzw. 1961. Eines Tages bekamen ca. 10 Burschen im Alter von 15 bis 18 Jahren eine Einladung, mit der Bitte, man möge sich im Schulhaus in Untermieming einfinden, um zur Gründung eines Männerchors vorzusingen. 

Liesl Rofner formte den Mander-Chor

Dieser wohlgemeinte Versuch scheiterte jedoch mit den Worten des Schuldirektors: „Schert euch raus, ihr kompletten Vollidioten, mit euch ist nichts anzufangen“. Mehr Glück hatte die Lehrerin, Organistin und Leiterin des Kirchenchors Liesl Rofner. Ihr gelang es in kurzer Zeit, aus dem interessierten, musikalisch jedoch unwissenden Haufen, eine stimmlich ansprechbare Gruppe zu formen. Wer waren nun diese willigen Sänger? Da ist einmal Karl Mössmer mit seinen Bergkameraden Helmut Neuner, Fritz Seelos und Hansjörg Schennach zu nennen, dazu gestoßen sind noch Johann Holzeis, Karl Frauenhoffer, Otto Thaler, Franz Pirktl und meine Wenigkeit.

Das erste Werk, wenn man es als solches bezeichnen darf, war die Bauernmesse. Ich erinnere mich noch genau an unseren ersten Auftritt in der Pfarrkirche Untermieming. Die Notenblätter haben gezittert, dass gerade nicht die Noten aus den Linien gerutscht sind. Voll Stolz haben wir uns unter die Kirchleute gemischt, um die Reaktion der Bevölkerung auf unseren Gesang ausfindig zu machen. Die Kritik vom „Danielen Robert“ lautete: „Aha, iatz kemmen die Mieminger Brüescher!

Brauch des Brautliedsingens wieder eingeführt

Also waren wir mit unserem Gesang wohl zu laut und zu ungestüm. Nach dem Besuch von zahlreichen Proben, konnten doch einige kirchliche Feste gestaltet werden. Erwähnenswert ist jedoch, dass die „Mieminger Sänger“ den Brauch des Brautliedsingens wieder aufgegriffen und eingeführt haben. Unsere Chorleiterin verehelichte sich in das Sellraintal und wir standen vor der Tatsache, uns jemand anderen zu suchen, oder uns einem anderen Chor anzuschließen.

Siegfried Köll wurde Chorleiter der Mieminger Sänger

Mit der Eröffnung der Hauptschule Mieming im Jahre 1969, hatte der amtierende Bürgermeister schon Bedacht darauf genommen, einen Direktor zu erhalten, der die musikalischen und gesanglichen Bedürfnisse der Gemeinde auch in fachlicher Kompetenz zum Abdecken in der Lage ist. Siegfried Köll, Direktor der Hauptschule Mieming, in Folge Bezirksschulinspektor, langjähriger Kapellmeister und Chorleiter, Manager und Leiter der „Mieminger Sänger“ erster Träger des Ehrenringes der Gemeinde Mieming, war wohl im Nachhinein betrachtet ein einmaliger Glücksgriff. Zu dieser Auszeichnung wollen wir ihm nochmals recht herzlich gratulieren und alles Gute für die Zukunft wünschen.

Jeder kann bei den Sängern mitwirken

Wenn ich geschrieben habe, Manager und Chorleiter der „Mieminger Sänger“ so ist das sehr, sehr wörtlich zu verstehen. Wir hatten zu keiner Zeit eine Vereinsstruktur und waren auch nie bereit, einen Verein zu gründen oder einem beizutreten. Der große Teil der organisatorischen Aufgaben blieben daher am Chorleiter hängen. Erst viel, viel später übernahm Martin Fritz die Stelle des Obmannes und Hansjörg Ciresa die Stelle des Kassiers. Selbstverständlich kann und konnte jeder, der Lust und Freude am Gesang hat und auch einen Spaß versteht, in dieser geselligen Runde mitwirken. So fanden Herbert Oberdanner, Armin FaIch, Ernst Krug, Josef Sonnweber, Stefan Pickelmann, Roman Krug, Martin und Anton Fritz, Hansjörg Ciresa sowie Karl Holzeis und auch kurze Zeit Karl Haselwanter, Josef Soraperra sowie Peter Schmid Gefallen an und in dieser Gemeinschaft.

Schwerpunkt war das sakrale Lied

Trotz Wechsel im Gesangskörper war es immer möglich, mit acht bis zwölf Mann aufzutreten. Schwerpunkt war wohl der sakrale Gesang, aber auch das echte Volkslied, welches bei Bedarf durch das Harfenspiel des Chorleiters begleitet wurde, fand große Beliebtheit bei der Zuhörerschaft. Es gibt wohl kaum einen Lebensbereich der durch den Gesang der „Mieminger Sänger“ nicht feierlich umrahmt werden kann. Bei besonders feierlichen Festen hat das Klarinetten Quartett unserem Gesang eine besondere Note verliehen.

Zahlreiche Auftritte in Tirol

Zu den zahlreichen Auftritten innerhalb Tirols kamen einige auch außerhalb unseres Landes dazu. Auch einige Tonträger wurden zur nachhaltigen Verwendung unseres Gesangs aufgenommen. Wenn sich nun der Siegfried am 12. Mai dieses Jahres beim Mariensingen in Untermieming seinen lange gehegten Wunsch, nämlich die Leitung des Chores abzugeben, erfüllt, sollten wir in Dankbarkeit darauf vertrauen, dass sich in Zukunft, vorausgesetzt es finden sich wieder Gleichgesinnte, diese Tradition ihren Fortgang findet.

Zu erwähnen wäre noch, wer sich über 50 Jahre ohne Vereinsstruktur den Gesangsfreuden gewidmet hat. Es sind dies Karl Frauenhoffer, Otto Thaler, Johann Holzeis und ich. Abschließend ein großes Dankeschön dem kleinen, aber feinen Fanklub und ein ehrendes Gedenken an die Gesangsbrüder Roman, Hansjörg und Karl.

Mariensingen – 50 Jahre Mieminger Sänger

Fotos: Knut Kuckel

Johann Krug

Hausname "Mongeler", Bauer und Schnapsbrenner aus Zein.

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