Frühjahrsputz der Gemeinde Mieming – Fleißige Hände sammelten 400 Kilogramm Müll

Mit dem Frühlingsbeginn fand heuer auch der Frühjahrsputz des Gemeindegebietes statt. An der dreistündigen Putzaktion haben sich viele fleißige Hände beteiligt. Traditionsgemäß haben die Mieminger Schulen, das Jugendzentrum „Zeitraum“, viele Vereinsvertreter, Beschäftigte vom Alpenresort Schwarz und Pfarrer Paulinus teilgenommen. Sie alle haben das Gemeindegebiet von achtlos weggeworfenem Müll befreit. Erfreulich war auch die Beteiligung der ein oder anderen jungen Familie mit ihren Kleinkindern. 

Ausgerüstet mit Nagelstock, Zange und Handschuhen geschieht hier Bewusstseinsbildung bereits in der Kinderstube. Von den in Mieming gemeldeten Vereinen waren knapp zwei Drittel mit insgesamt rund 160 Mitgliedern aktiv dabei. Am Ende der dreistündigen Sammelaktion konnten mehrere Hundert Kilo Müll ordnungsgemäß entsorgt werden. Zum Abschluss lud die Gemeinde die Teilnehmer zu einer Jause ein.

Das Jugendzentrum „Zeitraum“ hat sich auch dieses Jahr wieder mit einigen Jugendlichen auf den Weg gemacht, um Mieming von Müll und Unrat zu befreien: „Ein Highlight war die Fahrt im Feuerwehrauto (dafür ist man nie zu alt). Unser Bereich war von der Minidampf zum Kohlplatz, dann Richtung Gschwendt und wieder zurück über die Moosalm. Wir waren alle erstaunt darüber, wie viel Müll sich da angesammelt hat und was die Menschen alles auf Wald und Wiesen entsorgen. Nach 2 1/2 Stunden hatten wir unsere Arbeit getan und uns vom Feuerwehrauto wieder abholen lassen. Bei Würstchen und Saft in der Feuerwehrhalle haben wir den Tag ausklingen lassen.“

Mit großem Engagement waren Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Mieming (NMS) bei der Frühjahrsputz-Aktion dabei. Clemens Krabacher: „Es war toll zu sehen, wie engagiert die Schüler auch die kleinsten Müll-„Fuzeln“ gefunden haben und den vereinbarten Bereich blitzblank hinterlassen haben.“

Bürgermeister Dr. Franz Dengg: „Der gesammelte Müll fällt nicht einfach vom Himmel, sondern wird von Menschen achtlos weggeworfen. Zum Glück sind diese Umweltsünder in der Minderheit, sonst würde unsere Gemeinde ganz schön verdreckt ausschauen. Allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben, gilt mein aufrichtiger Dank.“

Dorfputz war heuer am Samstag, dem 22. März. Wir veröffentlichen dazu auszugsweise einen nachdenklichen Beitrag aus der Mieminger Dorfzeitung von Gemeinderat Hannes Spielmann, Obmann vom Umweltausschuss der Gemeinde Mieming:

Der auf Wegen, Wiesen, Wäldern und Plätzen gesammelte „Müllberg“ war mit 400 kg diesmal deutlich kleiner als in den Jahren zuvor. Lebensraum erhalten – nicht zerstören Gerade nach so einem Tag stellt sich natürlich für Gemeinderat und Gemeinde die Frage der ständigen Verbesserung. Wie können wir unseren unmittelbaren Lebensraum möglichst naturnah und nachhaltig erhalten und gestalten? Dies gilt selbstverständlich in allen Bereichen, wie Verkehr, Energie, Lärm und eben auch beim Müll. Beim Thema Müll wäre der Ansatz am einfachsten, nämlich: „ der Müll, der nicht weggeworfen wird, verunstaltet nicht die Landschaft und muss nicht wieder eingesammelt werden“. Also einerseits Müllvermeidung und andererseits ordnungsgemäße Müllentsorgung wäre die einfache Lösungsformel.

Warum häufen sich aber trotzdem Jahr für Jahr solche Müllberge? Wenn man den Müllsammeltag und die Berichte der Beteiligten analysiert, lassen sich schon einige wesentliche Ansatzpunkte erkennen, an denen man ansetzen sollte und deren Behebung eine drastische Reduzierung des Problems mit sich bringen könnte. Dabei darf aber auch der Mut nicht fehlen, diese Dinge klar anzusprechen, ganz im sachlichen Sinne und ohne einzelnen Personen oder Personengruppen näherzutreten: Nichts achtlos wegwerfen!

Da wären einmal die tausend kleinen Dinge, wie Papiertaschentücher oder Essensverpackungen, entlang von Fahr- und Spazierwegen, die zahlenmäßig den größten Anteil ausmachen. Mit dem Aufstellen von Müllkübeln wurden bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht. Diese Dinge gehören einfach zu Hause entsorgt. Ein großes Thema sind auch die vielen, sich ständig wechselnden Treffpunkte, Grill- und Feierplätze unserer Jugendlichen.

Ein besonders drastisches Negativbeispiel lieferte der malerische Wald am Paradeisl, der säckeweise von Plastik- und Glasflaschen, Aludosen und sonstigem Verpackungsmüll befreit werden musste. Bierdosen und Zigarettenschachteln auf Kinderspielplätzen. Glasscherben an den Feuerstellen am Lehnbach. Diese Plätze laufend zu beschildern oder sogar zu sperren, bringt erfahrungsgemäß nur eine Schauplatzverlagerung mit sich. Gefordert ist einzig und allein das nötige Verantwortungs- und Unrechtsbewusstsein. Die Dorfgemeinschaft kann dabei zwar bedingt einwirken, beginnen sollte dies im Idealfall jedoch bereits im Elternhaus.

„Gassisäcke“ werden nicht immer zu Hause oder in den zahlreich aufgestellten Hundekotstationen entsorgt, sondern landen vielfach auf Sträuchern und in Feldern. Durch Hundekot besteht die Gefahr, dass landwirtschaftliche Nutztiere das verunreinigte Futter verweigern oder auf sie Krankheiten übertragen werden.

Baum-, Strauch- und Rasenschnitt, Laub, Balkonblumen und sonstige organische Stoffe können in der hauseigenen Kompostierstation zu Düngerverwertet werden. Darüber hinaus bietet die Gemeinde die Biotonne und für größere Mengen den Entsorgungsplatz am Recyclinghof gegen geringes Entgelt an. Ob dieses Angebot nachzubessern ist, wird angesichts vieler wilder, unschöner Ablagerungen in den Wäldern zu überlegen sein. Vielleicht ergeben sich Kooperationsmöglichkeiten mit der Landwirtschaft, insbesondere mit Betreibern von Hackschnitzelheizungen.

Um auch unsere herzlich willkommenen Ausflugsgäste mit unseren Botschaften zu erreichen, werden wir uns hierzu geeignete Kommunikationsmöglichkeiten überlegen. Wenn alle mit dem Müllthema sorgsam und mit normalem Menschenverstand umgehen, könnte unser kleines Landschaftsparadies, das aufgrund seiner günstigen Lage von Naturkatastrophen immer wieder verschont bleibt, noch über Generationen intakt bleiben. (Hannes Spielmann, Umweltausschuss der Gemeinde Mieming)

Das Beitragsfoto (oben) zeigt von links Pfarrer Paulinus Okachi, GR Maria Thurnwalder, Bürgermeister Dr. Franz Dengg, Foto: Mieming-Online.

Weitere Fotos: Hannes Spielmann, Jugendzentrum „Zeitraum“, Clemens Krabacher (NMS)

Burgi Widauer

Ich bin seit vielen Jahren Mitglied im Redaktionsteam der Mieminger Dorfzeitung und habe 2010 die Chefredaktion übernommen. Seit Gründung (vor vier Jahren) bin ich auch aktives Redaktionsmitglied von Mieming-Online.

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