Wendelin Maurer im Ruhestand – Vom Landwirtschaftsmeister zum Headgreenkeeper

„Ich bin stolz auf das Erreichte, unsere Golfplätze in Mieming gehören zu den besten in Österreich“, sagte Headgreenkeeper Wendelin Maurer, der zum 1. Juli dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der 1. Mann hinter den Kulissen im Golfpark Mieminger Plateau hat in 18 Dienstjahren für seinen Arbeitgeber Geschichte geschrieben. „Wendelin Maurer war im wesentlichen am Aufbau und vor allem dem guten Ruf unserer Meisterschaftsanlage beteiligt“, attestiert zum Abschied Josef Knabl, Geschäftsführer der Mieminger Plateau Golf GmbH. „Die vielen begeisterten Golfspieler, Clubmitglieder und Gesellschafter der 27-Loch-Golfanlage, wünschen dem Wendl alles Gute, Gesundheit und viele schöne Stunden beim Golfspielen“.

Harter Einstieg

In Fachkreisen konnte sich Wendelin Maurer einen sehr guten Namen erarbeiten. „In den ersten Tagen habe ich Bälle aufgesammelt und Gras gemäht“, erinnert sich der Profi, „das war für mich der härteste Einstieg in eine fremde Berufswelt, die man sich vorstellen konnte“. Vom Landwirtschaftsmeister zum Headgreenkeeper. Zwischen diesen beide Berufen liegen scheinbar Welten. Bei genauerer Betrachtung war seine bäuerliche Erfahrung Grundlage für das Erfolgskonzept. „Der Wendl weiß, welches Gras auf welchem Boden wächst“, erzählt einer von inzwischen 13 Greenkeepern, die beim scheidenden Chef, dem Headgreenkeeper ihren Beruf gelernt haben. Die Greenkeeper zählen in Österreich zu den Gartenberufen, Ausbildungszeit drei Jahre. Der Head-Greenkeeper ist der Meister. Das kann ein Greenkeeper „mit Links“: Mähen, Vertikutieren, Aerifizieren, Topdressing, Nachsäen, Regeln des Spielbetriebes, Löcher und Fahnen setzen, Kalkstreifen ziehen, Maschinenpflege und mehr.

Nur der Beste zählt

Mieming entwickelte sich in den vergangenen Jahren zur Pilgerstätte für Greenkeeper. „Top oder Flop – entweder bist Du der Beste oder ein Niemand“, beschreibt Wendelin Maurer die inoffiziellen Bewertungskriterien für das perfekte „Green“. Heute kämen komplette Greenkeeper-Schulungsgruppen nach Mieming, um vor Ort zu lernen wie es gemacht wird. In den Tiroler Alpen sind die Bedingungen anders als an der portugiesischen Algarve. 1000 Meter über Seehöhe sind die Wetterverhältnisse extrem. Umso mehr wundern sich die Golfexperten über die lange Saison in Mieming. Heuer wird seit Anfang April gespielt und Saisonende wird voraussichtlich Mitte November sein.

Sensible und teuer – die Greens

Das Grün (engl. Green) ist der Zielbereich beim Golf. Hier wird der Ball nicht durch die Luft geschlagen, sondern mit dem Putter über das Grün in Richtung Loch gerollt. Das Grün wird im Sommer täglich geschnitten und gewässert, im Winter wird es bei Frost gesperrt, da sonst Schäden auftreten können. Die „Greens“ sind die sensibelsten und teuersten Bereiche eines Golfplatzes. Zwischen Fairways und Roughs machen sie gerade mal ca. 2 % des Golfplatzes aus. Auf ihren 300 bis 1000 Quadratmetern Größe, entscheidet sich die Qualität eines Championcourse.

1993 wurde der 1. Golfball geschlagen

Der 1. Golfball wurde in Mieming im April 1993 geschlagen. „Damals gab es nur drei Löcher“, sagt Geschäftsführer Josef Knabl und blickt zurück, „aber wir hatten damals ein Turniergeschehen, wie man es sich kaum vorstellen kann. Gespielt wurde tag und nacht. Der erste Golfplatz in Mieming war aus heutiger Sicht ungefähr dort, wo das „Obstgartl 3″ vom Alpenresort Schwarz ist“. Am Anfang gab es nur eine kleine Driving-Range. Das war fünf Jahre lang der Arbeitsplatz von Wendelin Maurer. Dann entwickelt sich die Anlage sehr rasch. Zunächst wurde die 9-Loch-Anlage gebaut, später die 18-Loch-Anlage. Personal zur Golfplatzpflege folgte.

Würdiger Abschied

Die Pioniere der Mieminger Golf GmbH sind Franz Pirktl, HR Dr. Otto Thaler und Josef Knabl. Was von ihnen in stürmischen Gründerjahren aufgebaut wurde, gilt heute in der Welt des Golfsports als vorbildlich. Die Gründerväter luden Wendelin Maurer zur ersten Verabschiedung vor einer Woche in die Moosalm ein, am vergangenen Freitag, dem 5. Juli, wurde der Chef-Greenkeeper in der Maschinenhalle des Golfparks von seinen Kollegen  „mit den allerbesten Wünschen“ in den Ruhestand versetzt. Mit dabei waren die Chef-Nachfolger der Pioniere, Simon Knabl für den Golfpark und Franz-Josef Pirktl vom Hotel Alpenresort Schwarz. Der neue Headgreenkeeper ist Michael Happ, der sein Handwerk von Wendelin Maurer erlernte und allein schon deshalb ein würdiger Nachfolger sein dürfte.

Fotos: Knut Kuckel  +Golfpark Mieminger Plateau

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
→ „MediaNews.Blog" – Das Informationsportal MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. Versteht sich auch als Forum für die Qualität im Journalismus, für Aus- und Weiterbildung in den Medien.
→ "OnMyWay.Photos" - mein Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs. 

Alle Beiträge

Kommentar hinzufügen

/* ]]> */