Schneller, höher, weiter – Mieminger Enduro-Athleten international erfolgreich

Schon mal von Peter Hansson oder Jimmi Eriksson aus Schweden gehört? – Nein? – Oder Alesandro und Roberto Pirpamer aus Mieming? Das jedenfalls, dürfte sich bald ändern. Rückblick: Hannson und Eriksson waren die ersten Enduro-Weltmeister vor fast 25 Jahren. Vergleichbar talentiert sind die beiden Nachwuchscrosser vom Mieminger Plateau. Die Zwillinge Alesandro und Roberto Pirpamer gehören zu den Hoffnungsträgern des Tiroler Enduro-Nachwuchses.

Unterstützung von allen Seiten

Wie groß war erst die Freude, als sie entdeckten, dass ihr Vater Robert Pirpamer auch mit Begeisterung bei der Sache war und berufsbedingt zudem die Fähigkeit besaß, den Geländemaschinen erst so richtig Leben einzuhauchen. Der Kampf um Kubik und Pferdestärken war somit eröffnet. Das mitunter sehr kostspielige Hobby wurde somit zur Lieblings-Freizeitbeschäftigung der beiden erfolgreichen HTL-Schüler, die auf eine große Unterstützung durch die ganze Familie zurückgreifen können.

Mit Vollgas in die ersten Rennen

Adrenalin und Gänsehautfeeling – all das kommt bei Dir zusammen, wenn die Motoren ab Frühjahr wieder heiß laufen. Insgesamt 26 Rennen sind im Rennkalender 2013 vermerkt. Bei einigen dieser teils hochkarätig besetzten Kurse rechnet man sich auch heuer wieder sehr gute Platzierungen aus. Vom gröberen Verletzungspech blieben die Pirpamers bei dieser harten Sportart, Gott sei Dank, bislang verschont. Blaue Flecken und das ein oder andere lädierte Knie werden bis zum nächsten Rennwochenende wieder auskuriert. Mehr Zeit bleibt dafür nicht.

Termine im Rennkalender 2013:

  • 8.und 9.06. Enduromasters Ampfelwang/OÖ
  • 22.06. ACC Lunz a. See/NÖ
  • 29.-30.06. Enduro-Masters Sommergranitbeisser Schrems/NÖ
  • 06.07. Enduro-Trophy-Rachau/Stmk
  • 27.07. Enduro Trophy Red Bull Ring Spielberg/Stmk.
  • 10.+11.08. ETT-3 Enduro Südtirol Natz/ITA
  • 16.-18.08. Kaolinwerkrennen Aspang/NÖ
  • 31.08. ACC Röhmbach/BRD
  • 14.09. ACC Grafenbach/NÖ
  • 28.+29.09. Enduromasters Thayatal Weikertschlag/NÖ
  • 19.und 20.10. ACC Launsdorf/Ktn.
  • 26.und 27.10. Enduromasters Herbstgranitbeisser Schrems/NÖ, u.v.m.

Sponsoren und Freunde ermöglichen Erfolge

So mancher Kolben schaffte die Rückkehr von den bisherigen Rennen im In- und Ausland nicht mehr. Doch dank tatkräftiger Unterstützung durch eine laufend wachsende Anzahl von Sponsoren, konnte man gerade im vergangenen Rennjahr 2012 beachtliche Erfolge erzielen. Danke sagen wollen deshalb beide Mieminger Nachwuchsfahrer über „Mieming-Online.at“ ihren vielfach erprobten Freunden und Coaches, allen voran Marco und Bernhard Schöpf und/oder Benjamin Walch.

Enduro und Motocross im Aufwind

In Tirol erfreuen sich die unterschiedlichsten Motorsportdisziplinen einer zunehmenden Beliebtheit. Unter Berücksichtigung aller Regeln und der Fairness anderen Mitmenschen gegenüber, wird bei uns der motorisierte Gelände-Zweiradsport ganz bestimmt mehr und mehr punkten können. Unter den Vollblutfahrern sind wilde und illegale Fahrten auf Waldwegen, in Schutzgebieten oder auf gesperrten Bereichen tabu. Es gilt, die Balance zu finden, zwischen dem Angebot zur Ausübung des Sportes einerseits und den Bedürfnissen von Anrainern und Naturliebhabern andererseits. Dass dieser Sport aber zu wahrer Begeisterung hinreißen kann, zeigt nicht zuletzt die Begeisterung von Hunderten Zuschauern bei den inzwischen legendären Rennen in der „Roppener Schottergrube“, in Rietz oder in der Vergangenheit bei der Telfer „Tannwiese“. Großartige Erfolge bei Staatsmeisterschaften von Tiroler Nachwuchsfahrern in der jüngsten Zeit, belegen den geradlinig nach oben weisenden Trend.

Enduro oder Motocross (Wiki)

Enduro-Veranstaltungen werden in zwei verschiedenen Modi ausgetragen. Im Gegensatz zum Moto-Cross findet kein Massenstart statt. In der klassischen Form des Enduro ist ein vorgegebener Kurs (eine Rundstrecke von 50 bis 80 km) meist in einer bestimmten vorgesehenen Zeit drei- bis viermal zu durchfahren. Wird dieses Zeitlimit nicht geschafft, kommt es zu Strafzeiten. Um einen eindeutigen Sieger zu ermitteln, befinden sich auf einer Runde sogenannte Spezialtests. Dies können Motocross- oder Extremtests sein. Die in diesen Test erzielten Zeiten werden addiert und ergeben mit den Strafzeiten das Endresultat. Gestartet wird seit 2004 in der Enduro-Weltmeisterschaft in den Klassen E1 (125 2T und 250 4T), E2 (250 2T und 450 4T) und E3 (300 2T und 500 4T) mit Wartezeit von einer Minute pro drei Fahrer. Bis dahin waren die Klassen bis 80 cm³, bis 125 cm³, bis 250 cm³, bis 500 cm³, bis 350 cm³ Viertakt und über 500 cm³ Viertakt. Diese Klasseneinteilungen wurden im Laufe der Jahre den Anforderungen oder Wünschen der Hersteller angepasst.

Zwei bis zwölf Stunden-Rundkurs

Bei einem Stunden-Enduro (Cross Country oder Hare Scramble) sind möglichst viele Runden auf einem Rundkurs in einer vorgegeben Zeit zu absolvieren. Meist wird dazu eine angepasste Moto-Cross-Strecke oder ein abgesperrtes Gelände genutzt. Sie dauern meist zwei, sechs oder zwölf Stunden.

Supercross vergleichbar

Um den Endurosport auch als Indoor-Sport oder auf einem kleinen begrenzten Gelände auszuüben entstand als Abart das sogenannte Endurocross (EnduroX). Dabei wird eine Supercross-ähnliche Strecke mit entsprechenden Gelände-Hindernissen präpariert. Bei der Bewältigung dieser Strecken sind teilweise auch Fähigkeiten aus dem Trialsport erforderlich. Auch der Austragungsmodus entspricht den Supercross-Veranstaltungen.

Enduro-Team-Tirol: → www.enduro-team-tirol.at

Fotos: Lukas Angermair/Stefan Fleidl/Chrstian Wieser

Christian Wieser

Ich wohne seit acht Jahren in Mieming-Barwies und lebe gerne am Mieminger Plateau. Gelegentlich schreibe ich für Mieming-Online, gerne über Sport.

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