Ambulante Altenbetreuung im Sozialzentrum – „Liebevolle Zuwendung“

„Wenn ich eines Tages die ambulante Altenbetreuung in Anspruch nehmen sollte, weiß ich schon heute, dass ich hier, im Mieminger Sozialzentrum, bestens aufgehoben bin“, sagte uns Arwed Sparber, der einzige Mann im Freiwilligenkreis der Tagesbetreuung im Sozial- und Gesundheitssprengel. Der Sozial und Gesundheitssprengel Mieminger Plateau und das Wohnheim “Helenengarten” luden am Freitag, dem 11. November 2011 zu einem Tag der offenen Tür, um über die Tagesbetreuung alter Menschen zu informieren. Einem neuen Zweig ihrer Betreuungsarbeit.

Gäste auf Zeit

Geschäftsführerin Claudia Spielmann und ihr Team waren auf den Tag gut vorbereitet. Die zahlreichen Gäste hatten die Gelegenheit, einen ganzen Nachmittag die Einrichtung kennen zu lernen und sich über die einzelnen Betreuungsangebote zu informieren. Wer die ambulante Altenbetreuung im Sozialsprengel in  Anspruch nimmt, kommt „auf Zeit“, genießt hier aber die volle Aufmerksamkeit des zugewandten, freundlichen Betreuungsteams.

Der einzige Mann im Frauen-Team

„Meine Mutter lebt heute nicht mehr“, erzählt Freiwilligen-Betreuer Arwed Sparber, „aber wenn sie noch leben würde, wäre sie sicherlich auch an einem Ort wie diesem“, denn dann wüsste ich, dass man sich liebevoll um sie kümmert. Arwed Sparber ist, wie die meisten hier, eher zufällig als Helfer in der Alten-Tagesbetreuung angekommen. „Ich wollte einen Beitrag leisten, und stellte mich eines Tages bei Claudia Spielmann vor, die mich mit den vordergründigen Arbeiten des von ihr geleiteten Sozialzentrums vertraut machte. Beeindruckt von der Kompetenz der Beschäftigten und der freundlichen Atmosphäre in den hellen, modernen Räumen, ließ er sich als einziger Mann in dem von Frauen dominierten Betreuungsbereich für eine aktive Mitarbeit gewinnen.

Gespräche, Spiele, Feiern, Ausflüge…

Den Tag einmal anders erleben – das unterstützen die Sprengel – Helferinnen, wenn sie sich um das Wohl der Tagesgäste kümmern: Neben alltäglichen Dingen bleibt Raum für gemeinsame Gespräche, Spiele, Feiern, Ausflüge, Gedächtnistraining, Spaziergänge oder einfach nur Geselligkeit. Die Aktivierung der Selbstständigkeit ist eines der wichtigsten Ziele.

Freiwilligen-Verstärkung erwünscht

Das Sozialzentrum ist auf die Arbeit seiner Freiwilligen stark angewiesen, sonst könnten viele Leistungen nicht angeboten werden. [pullquote]„Wer sich grundsätzlich vorstellen könnte, das Team der Freiwilligen in der Tagesbetreuung zu verstärken“, so Arwed Sparber, „soll sich einfach einen Vor- oder Nachmittag frei halten, im Büro von Claudia Spielmann anklopfen und sich über die Rahmenbedingungen informieren“. [/pullquote]Von denen, die das tun, würden die meisten bleiben bzw. wiederkommen. Zu tun gibt es viel. Wer die Tagesbetreuung in Anspruch nimmt, kann in der Regel ohne Betreuung nicht mehr leben, braucht beispielsweise Hilfe bei der Körperpflege, bei der Einnahme von Mahlzeiten oder um von A nach B zu kommen. In der Einrichtung fühlen sich die Menschen wie zuhause. Sie kommen gerne, war immer und immer wieder zu hören. Am Abend kehren sie in ihr eigentliches Zuhause zurück. Ihre Angehörigen schätzen die Arbeit der Tagesbetreuung in Mieming als Entlastung in ihrem jeweiligen Alltag.

Ehrenamt ist eine Bereicherung

Rund 15 neue Ehrenamtliche beiderlei Geschlechts und quer durch alle Altersgruppen, von Jugendlichen bis zu Senioren stellen ihre zukünftige regelmäßige Mitarbeit in Aussicht. „Für uns einfach ein Hit“, kommentierte die Geschäftsführerin des Sprengels, Claudia Spielmann. Das überraschend gute Ergebnis schreibt sie vor allem der kompetenten Vorbereitung und Umsetzung des Konzeptes durch die angehende Diplom-Sozialbetreuerin mit Schwerpunkt Altenbereich, Melanie Albrecht, zu. Albrecht, seit neun Jahren als Altenfachbetreuerin Mitarbeiterin des Sozialsprengels, stellt ihre Projekte auf eine klare sachliche Basis. „Das Ehrenamt in seiner aktuellen modernen Form ist eine Bereicherung für uns alle“, so Albrecht, „braucht aber auch die nötigen Rahmenbedingungen und intensive Begleitung.“

Hemmschwellen überwinden lernen

Wer sich die Zeit nimmt, um das Freiwilligenteam in der Altenbetreuung zu unterstützen, wird um ein Vielfaches entlohnt. Die Menschen, die Betreuung in Anspruch nehmen, sind dankbar für die liebevolle Zuwendung. Das spürt man und sieht es an ihren leuchtenden Augen. Sie fühlen sich ernst genommen und gut aufgehoben. Mancher erfährt hier erstmals im hohen Alter, wie wertvoll soziale Kontakte sind. „Für alle, die ein selbstbestimmtes Leben gewöhnt waren“, sagt uns Arwed Sparber, „ist erst einmal die Hemmschwelle groß, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen“. Das seien die Folgen unserer gesellschaftlichen Prägung. Keine Schwächen zeigen, diszipliniert und aufrecht den Anforderungen des Lebens gerecht werden. Alle die sich schließlich doch dazu entschließen können, Hilfe – wenn auch nur stundenweise – in Anspruch zu nehmen, erfahren Entlastung, fühlen sich in ihrem Leben wieder gestärkt.

Offen für ältere und alleinstehende Menschen

Claudia Spielmann: „Die Tagesbetreuung ist offen für ältere und alleinstehende Menschen, die in ihren Familien oder im eigenen Haushalt leben. Pflegende Angehörige wissen ihre Nächsten in guten Händen. Sie können beruhigt Dinge erledigen, ihren Beruf ausüben oder eine Zeit ausruhen“.  Das Informationsprogramm wurde am Vormittag mit einer Reihe hochinteressanter Vorträge zum Thema Altenbetreuung eröffnet. Dem Team des Sozialsprengels Mieming ging es vordergründig um die Schwerpunkt-Themen der ambulanten Altenbetreuung, wie u.a. Essen auf Rädern, das Wohnheim Helenengarten, die Tagesbetreuung, das freiwillige Engagement und die Arbeit der Vinzenz-Gemeinschaften. Der Tag der offenen Tür im Sozialzentrum eröffnete zudem allen Interessierten die Möglichkeit, sich über die Leistungsstärke des Mieminger Sozial-Teams zu informieren.

Freiwilliges Engagement ist eine Bereicherung

Neben den theoretischen Informationsangeboten gab es für besonders Aktive die wohl einmalige Möglichkeit zum Mitfahren beim Service “Essen auf Rädern”. Im Wohnheim informierten die Bewohner über ihre Aktivitäten und Experten zeigten Wege der Mithilfe in der Tagesbetreuung auf. Der Informationstag hatte u.a. das Ziel, weitere Freiwillige für die Altenbetreuung zu gewinnen. Unter den Gäsen sahen wir u.a. den Wildermieminger bürgermeister und Obmann vom Sozialzentrum Klaus Stocker und den Mieminger Vize-Bürgermeister Klaus Scharmer. Martin Lesky, Bereichsleiter Freiwilligenzentrum Tirol, sprach im Rahmen einer Vortragsreihe am Vormittag, über das “Freiwillige Engagement  – Eine Bereicherung für uns alle!”. Zur Entlastung für „Pflegende Angehörige“ bietet der Sozial- und Gesundheitssprengel seit März dieses Jahres jeweils am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr eine Tagesbetreuung an. In den Tageskosten von 36 Euro sind Essen und Trinken sowie unterschiedliche Pflege-Dienste enthalten. In den meisten Fällen werden diese Kosten von der persönlichen Pflegeversicherung übernommen.

Erfolgreicher Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür wird insgesamt als sehr erfolgreich bewertet. Rund 15 neue Ehrenamtliche, beiderlei Geschlechts und quer durch alle Altersgruppen, von Jugendlichen bis zu Senioren stellen ihre zukünftige regelmäßige Mitarbeit in Aussicht. Wer an einer auch in geringem zeitlichen Umfang möglichen ehrenamtlichen Tätigkeit im Sozial- und Gesundheitssprengel interessiert ist, wendet sich unter der Telefonnummer 05264/533542 an Claudia Spielmann.

Fotos: Knut Kuckel

Kontakt
Sozial- u. Gesundheitssprengel Mieminger Plateau
Dr. Siegfried Gapp Weg 7
A-6414 Mieming
Telefon, Geschäftsführung: +43 5264 5335–42
Bürozeiten: Montag bis Donnerstag von 9 – 11 Uhr
Telefon Pflegedienstleitung: +43 664 1312516
eMail: sozialsprengel@sozialzentrum-mieming.at
Web: www.sozialsprengel-mieming.at

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
→ „MediaNews.Blog" – Das Informationsportal MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. Versteht sich auch als Forum für die Qualität im Journalismus, für Aus- und Weiterbildung in den Medien.
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