Was ist dran am Mythos Moosalm-Moor? – Spurensuche in Barwies

Was ist dran am Mythos Moor? Die Überlieferungen waren sich immer sicher: Das Moor ist feucht, sumpfig, unheimlich und da kriecht und fliegt es nur so um einen herum, und - im schlimmsten Fall holt einen das Moor in seine moorig-feuchten Tiefen.

An einem herrlichen Herbsttag sind wir den Moor-Mythen ein wenig auf den Grund gegangen. Was ist an den alten Geschichten wahr und was kommt aus dem Reich der Fabel? Unsere kleine Exkursion wählte als Ausgangspunkt die Mooswiesen bei Barwies. 

Die Moosalm liegt an einem Moor

Wir näherten uns dem Rande des Moores, von Lehnbach, im Ortsteil Obermieming kommend und wir hatten fest vor, das Moosalmmoor mit allen Sinnen wahrzunehmen, um zu lernen, was es mit dem Mythos Moor in Wahrheit auf sich hat. Ausgangspunkt für den Mooswiesenweg ist das Gasthaus Moosalm. Ob Sie zu den Lärchenwiesen gehen oder zu den Moosalmwiesen – Sie sind immer nah am Moosalmmoor in Barwies, im Westen umgrenzt von den Ortschaften Fronhausen, Krebsbach und Gschwent. Seehöhe ca. 875 Meter. Die Moosalm liegt an einem Moor. Die Wissenschaft charakterisiert mindestens 20 unterschiedliche Moortypen, aber nur zwei Grundtypen: Das sind Moore, deren Pflanzen nur vom Regenwasser abhängig sind und Moore, die wesentlich vom Oberflächen- oder Grundwasser beeinflusst werden.

Weicher, sumpfiger Moorboden

Das Moosalmmoor ist ein Schilfniedermoor. Vor uns liegt eine feuchte Wiese, die durch einen hohen Grundwasserspiegel und durch ein, zwei Quellbäche moorigen Charakter angenommen hat. Das heißt, durch den hohen Wassergehalt erfolgt der Abbau von abgestorbenem Material sehr langsam. Die Neuproduktion von Pflanzen ist schneller und deswegen baut sich eine dicke Schicht von totem Pflanzenmaterial auf. Diese Schicht bildet den weichen, sumpfigen Moorboden.

Schwerpunkte im Moosalmmoor

Zwei verschiedene Schwerpunkte sind im Moosalmmoor wahrnehmbar: Im Westteil finden wir ein Schilfniedermoor. Das ist vor allem für die Vogelwelt interessant. Im Ostteil haben wir ein Quellwassermoor mit Ansätzen von Torfmoosbesiedelung. Hier fühlen sich vor allem Insekten und Amphibien wohl. Beachtenswert sind die Hinweisbeschilderungen des Alpinparks Mieminger Plateau & Fernpass Seen, die Wanderer u.a. darauf aufmerksam machen, dass hier Sonnentau und Türkenbund wachsen, aber auch Heilpflanzen wie der Blutweiderich.

Alpine Natur, bäuerliche Kulturlandschaft

Vier Gemeinden – Wildermieming, Mieming, Obsteig und Nassereith – ziehen an einem Strang und sind bereit, in eine ökologisch vertretbare Zukunft zu investieren. Die Gemeinden besinnen sich auf ihr größtes Potenzial: alpine Natur, bäuerliche Kulturlandschaft, eigenständige Kultur und eine gemeinsame Geschichte. Dahinter steht die Idee, die Natur, Kultur und Geschichte des Alpinparks gezielt aufzubereiten und für den Wanderer erlebbar zu machen. Ach ja – bevor wir es vergessen: Das Moor hat niemanden in sein tiefes, feuchtes, Ungewisses gezogen. Das sind längst widerlegte Mythen.

Fotos: Knut Kuckel

Alpinpark Mieminger Plateau → www.alpinpark.tv
Gasthaus Moosalm → www.moosalm.at

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
→ „MediaNews.Blog" – Das Informationsportal MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. Versteht sich auch als Forum für die Qualität im Journalismus, für Aus- und Weiterbildung in den Medien.
→ "OnMyWay.Photos" - mein Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs. 

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