Rüttelt Sie diese Frage auf? Gut so! Ich stelle mir schon seit einiger Zeit diese Frage. Sind wir Erwachsenen reif genug, wie sagt man so oft „bodenständig genug“ um all‘ den Heranwachsenden um uns herum Verantwortungsbewusst sein, Engagement und das so oft gepriesene ‚moralische Gewissen‘ mit zu geben? An der Reife der Erwachsenen fange ich dann an zu zweifeln, wenn vom Gesetzgeber Maßnahmen zum Schutz der Jugend präventiv gefordert werden und diese von uns Erwachsenen nicht eingehalten werden. Im Klartext geht es um das Jugendschutzgesetz. Alle Erwachsenen müssen das Jugendschutzgesetz einhalten, nicht nur Eltern. Wenn Erwachsene an Kinder unter 16 Jahren alkoholische Getränke ausgeben, ist das kein Versehen oder ein sogenanntes Kavaliersdelikt! Meiner Meinung nach mangelt es dann an Reife und am Verantwortungsgefühl gegenüber unseren Mitmenschen, egal wie alt, jung, welcher Gruppierung oder gar Minderheit er oder sie angehört. Reife können wir Erwachsenen auch dann zeigen, wenn wir uns ehrlich Problemen stellen und uns nicht hinter Ausreden verstecken.
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Samstag, 5. November 2011 um 21:09 Uhr
Hallo Maria,
Reife, sprich Verantwortung gegnüber den Mitmenschen zu leben, geht leider mit dem Älterwerden (Erwachsenwerden) nicht einher. Bei manchen Erwachsenen reift zwar der Körper, aber der Geist kann mit dieser Reifung manchmal nicht mithalten! Aber es bleibt die Hoffnung, dass der Intellekt die körperliche Reife einholt und vielleicht auch einmal überholt. “Da mann/frau sowieso denkt, kann mann/frau auch gleich positiv denken.”
Freitag, 18. November 2011 um 10:17 Uhr
Hallo Maria! Ich hab einen interessanten Auszug aus einem Vortrag von Maria Montessori (London 1946), passend zum Thema Kinder, Erziehung und Gesellschaft.
Sie sagt: “Wenn ich sehe, wie die Zahl von unartigen und schwierigen Kindern sich heutzutage (1946) vermehrt, so erkenne ich, dass es sich nicht um eine Frage der Moral der Kinder handelt, um etwas Schlechtes im Inneren individueller Kinder. Es handelt sich um eine Frage, wie die Welt um die Kinder herum sie beeinflusst. Der Schluss daraus ist also, dass, wenn wir eine bessere Menschheit haben wollen, die Erwachsenen besser sein müssen. Sie müssen weniger stolz sein, weniger an sich selbst denken, weniger diktatorisch sein. Die Erwachsenen müssen auf sich selbst sehen und sagen: “Ja, ich verstehe dieses Problem.” Der Erwachsene, das Kind und die Umgebung sind eine Dreiheit, die als eine Einheit betrachtet werden muss. Das Prinzip, dass die Umgebung von fundamentaler Bedeutung ist, wurde von uns zuerst dargelegt; aber jetzt verstehen viele Leute dieses Prinzip.
Wir haben durch Erfahrung gefunden, dass der einzige Weg zum Erfolg ist, diese Kinder in eine Umgebung zu bringen, welche ihre schöpferische Aktivität nicht hemmt. Wir müssen ihnen eine Möglichkeit bieten, eine neue Lebensform. Wir müssen nicht versuchen, ihre Abwegigkeiten zu korrigieren, sondern ihnen ein normaleres Leben ermöglichen, in welchem sie leiblich und geistig aktiv sein können und eine Umgebung, die viele Aktivitätsmotive enthält. Wir müssen den Kindern Freiheit geben und Erholung von der beständigen Leitung durch Erwachsene. So geben wir ihnen die rechte Umgebung, Erholung und Freiheit von Befehlen. Das ist eine indirekte Behandlung; es ist nicht die Korrektur des Individuums, sondern die Vorbereitung für ein neues Leben.