Haus der Kinder eröffnet – „Schneewittchen, schau, hier wirst du schlafen“

Rund 200 Kinder werden in den Mieminger Kindereinrichtungen in Barwies und Untermieming betreut, davon aktuell rund 90 Kinder ganztägig im neuen „Haus der Kinder“ in Untermieming. Das mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, dem 8. Oktober 2011 eröffnete Kinderhaus bietet zwei Betreuungskonzepte unter einem Dach: Die Kinderkrippe „Zappelmäuse“ betreut im 1. Stock die Kleinsten der Kleinen, im Alter von 1 bis 3 Jahren und der Montessori-Kindergarten „Spatzennest“ im Erdgeschoss Kinder von 3 bis 6 Jahren.

Kinderbetreuung im ländlichen Raum unterentwickelt 

„Im ländlichen Raum steckt die Kinderbetreuung vielfach noch in den Kinderschuhen“, so Bürgermeister Dr. Franz Dengg in seiner Begrüßungsansprache, „deshalb können wir auf die Vorreiterrolle unserer Gemeinde in dieser Hinsicht mit Recht stolz sein“.

Kosten unter 1 Millionen Euro

Aus dem denkmalgeschützten, ehemaligen Altersheim wurde in rund neun Monaten Bauzeit ein Kinderhaus. Ein beispielhaftes Projekt. Die Gesamtkosten schätzt der Bürgermeister auf weniger als eine Millionen Euro. Davon hat rund 500.000 Euro das Land Tirol bereitgestellt. Das Haus der Kinder wurde im Juli dieses Jahres endgültig fertiggestellt und hat nach der Sommerpause seinen Betrieb aufgenommen.Beiden Einrichtungen im Haus der Kinder, der Kinderkrippe und dem Kindergarten, stehen mit einem Garten und Spielplatz großzügige Flächen zur Verfügung.Mit einem großen Parkplatz stellt die Gemeinde Mieming zusätzlich ausreichenden Parkraum zur Verfügung und entschärft damit die Verkehrssituation in Untermieming bei Großveranstaltungen. Für die Ausführung des Bauvorhabens war Baumeister Ing. Ambros Porcham zuständig, der von allen Verantwortlichen für Planung und Durchführung des Projektes gelobt wurde, insbesondere für die Gestaltung der atmosphärisch hochwertigen Räume. Die Kinder bedankten sich im neuen Bewegungsraum bei Bürgermeister, Baumeister und allen anderen mit dem „Franz-Tanz“. Für Bürgermeister Franz gab es kein Entrinnen, inmitten der Kinder bewies er bei der Darbietung herausragende, tänzerische Qualitäten.

Modellprojekt für Tirol

„Von diesem Haus bin ich über alle Maßen begeistert“, sagte Kindergarteninspektorin Barbara Raithmayr, die in Vertretung von Landesrätin Beate Palfrader zur Eröffnungsfeier kam. Die Tiroler Landesrätin für Bildung, Kultur, Denkmalschutz, Zivildienst setze sich intensiv für den flächendeckende Kinderbetreuungsangebote ein, die auf die Bedürfnisse von Kindern und Eltern perfekt abgestimmt seien. Das „Haus der Kinder“ in Mieming sei in diesem Sinne ein Modellkonzept für ganz Tirol. Barbara Raithmayr: „Ich werde der Frau Landesrätin berichten, dass die Fördermittel des Landes für das Mieminger Kinderhaus sinnvoll eingesetzt wurden“.

Ziel war ein kindgerechtes Haus

„Die strengen Sicherheitsauflagen an das denkmalgeschützte Haus waren für Planer wie ausführende Unternehmen ein Herausforderung“, sagte Bürgermeister Franz Dengg rückblickend, „und dabei durfte die Zielsetzung, kindergerecht zu bauen, niemals vernachlässigt werden“. Das „Haus der Kinder“ ist eine gemeindeübergreifende Einrichtung, an der sich neben Mieming auch die Umlandgemeinden Wildermieming, Obsteig, Mötz und Stams beteiligen. Der Wildermieminger Bürgermeister Klaus Stocker, in Personalunion Obmann des Gesundheits- und Sozialsprengels Mieminger Plateau, verwies in seiner Rede auf die frühere Enge der Kinderkrippe „Zappelmäuse“ im Sozialzentrum und deshalb seien alle Verantwortlichen froh über die Umsiedelung ins neue Haus. Monika Oberdanner, Leiterin der Kinderkrippe sagte im Rahmen einer Hausführung, „Wir freuen uns auch auf die Zusammenarbeit mit dem „Spatzennest“. „Eine pädagogisch sinnvolle Herausforderung“, erwiderte Spatzennest-Leiterin, Bernadette Kohl.

Wie bei den sieben Zwergen

Claudia Spielmann, Geschäftsführerin des Sozialzentrums in Mieming: „In diesem Haus waren früher unsere Alten zuhause, unsere Kinder werden es sicherlich auch sein“. Die Kinder haben das Haus schnell in Besitz genommen. Der abschließende Tag der Umsiedelung, am 17. Juli, wurde für sie wie ein Wandertag organisiert. Bernadette Kohl: „Mit fröhlichen Liedern und großer Vorfreude sind wir gemeinsam in unser neues Haus eingezogen“. Auf ca. 500 Quadratmeter Nutzfläche entstanden helle und freundliche Räume, in den sich alle Kinder am Eröffnungstag erkennbar wohl fühlten. Das Kinderhaus erhielt westseitig ein neues Stiegenhaus mit Behindertengerechtem Lift. Beim Gang durch die Räume waren die Besucher voll des Lobes.“Hier schaut es aus wie bei den sieben Zwergen in „Schneewittchen“, sagte ein Vater mit Kleinkind auf dem Rücken. „Schau, hier wirst Du schlafen – gefällt Dir das?“. Staunende Augen scheinen „ja!“ zu sagen. Bettchen, Tischchen und Tellerlein – alles kinderfreundlich und einladend. Sogar in den Küchen haben die Planerinnen und Planer an Kinderbedürfnisse gedacht: Was es für die Erwachsenen in groß gibt, ist für die Kinder auch „in klein“ nutzbar.

Langsames Loslassen, Lernen und Erfahren

Die Kinderkrippe „Zappelmäuse“, in der Trägerschaft des Sozialsprengels Mieminger Plateau, wird am neuen Standort ein ganztägiges Betreuungskonzept für Kinder zwischen 12 Monaten und drei Jahren anbieten. Ziele in der Kinderkrippe sind ein erster Kontakt mit Gleichaltrigen, ein sanftes Loslassen von den Eltern und die Vorbereitung auf den Kindergarten. Der private Kindergarten „Spatzennest“, in der Trägerschaft eines Vereines, übernimmt die Kinder im Alter von drei Jahren und betreut sie ganztägig in ihrer individuellen Entwicklung bis zum Alter von sechs Jahren. Dazu gehören eigenständiges Lernen und Erfahren.

Kinder sind Baumeister unserer Gesellschaft

Die beiden Leiterinnen der neuen Kinderbetreuungseinrichtung bedankten sich bei allen, die das neue Kinderhaus aktiv und finanziell unterstützt haben: „Die Eltern haben mitgeholfen. Möbel restauriert oder saniert. Alles sieht wie neu aus“. Monika Oberdanner: „In der Kinderkrippe „Zappelmäuse“ muß alles passen und es passt“. Die Kinder, die zu ihr kommen, verlassen schließlich erstmals auf Zeit ihr angestammtes Zuhause. Was man mittelfristig brauchen könnte, wäre ein handlichere Ausstattung des Bewegungsraumes. Da sind beispielsweise die Matten zu groß, aber das sei jetzt kein unaufschiebbarer Wunsch, sagte Bernadette Kohl vom Spatzennest. Mag. Stefan Haas (Obmann des Vereins Spatzennest Mieminger Plateau e.V.) verwies in seiner Rede darauf, dass ein solches Kinderhaus nicht optimal genug ausgestattet sein könne, denn „Kinder sind die Baumeister unserer Gesellschaft“, da lohne sich jede Investition.

Feier mit vielen Höhepunkten

Viele Interessierte, darunter zahlreiche Eltern, besuchten die Eröffnungsfeier des neuen Kinderhauses. Die Feier begann am Vormittag mit einem offiziellen Festakt und der Segnung des Gebäudes mit Kinderkrippe und Kindergarten durch Pfarrer Paulinus Okachi. Höhepunkt für die Kinder war am frühen Nachmittag im Spatzennest eine Theateraufführung vom „mobilen Landestheater“. Unter den Gästen sahen wir neben den bereits genannten auch die Bürgermeister Franz Gallup (Stams) und Bernhard Krabacher (Mötz), Vize-Bürgermeister Klaus Scharmer (Mieming) die Altbürgermeister Dr. Siegfried Gapp und Karl Spielmann sowie zahlreiche Gemeinderäte und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Gut besetzt war das

Haus der Kinder in Mieming-Untermieming

Montessori-Kindergarten Spatzennest
Leitung: Bernadette Kohl
Untermieming 6
A-6414 Mieming
Tel. +43(0)660 – 811 05 50
eMail: office@spatzennest-mieming.at
Web: www.spatzennest-mieming.at

Kinderkrippe „Zappelmäuse“
Leitung: Monika Oberdanner
Untermieming 6
6414 Mieming
Telefonnummer: 05264/43260
E-Mail/Kontakt
Web: www.kk-zappelmaeuse.tsn.at

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
→ „MediaNews.Blog" – Das Informationsportal MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation. Versteht sich auch als Forum für die Qualität im Journalismus, für Aus- und Weiterbildung in den Medien.
→ "OnMyWay.Photos" - mein Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs. 

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