Almabtrieb Hochfeldern-Alm – Mieming 2011 – Alm-SMS meldet einen Wetterumbruch

Almmeister Klaus Scharmer schaut auf sein Mobil-Telefon: Das Alm-SMS meldet für das Wochenende einen Wetterumbruch, oberhalb von 2200 Höhenmetern. Jetzt ist Eile geboten.

Am Freitag, dem 16. September wird das Vieh auf der Hochfeldern-Alm für den Abtrieb am Tag darauf zusammengetrieben. Über 250 Stück Vieh, viele Rassen – vor allem Tiroler Braunvieh, Holsteinvieh, Grau- und Fleckvieh, Schottische Hochlandrinder und Jersey-Vieh – darunter 15 Milchkühe, sieben Pferde, zwei Schweine und ein paar Lege-Hennen. 

Die guten Hirten sind Seelenverwandte ihrer Tiere

„Zählen geht beim Groß-Vieh nicht“, sagt Almmeister Scharmer, „aber die Hirten kennen die Gesichter ihrer Tiere sehr genau. Ein Rundum-Blick und sie wissen, ob Vieh fehlt“. Wenn die Arbeit getan ist, wird ein Lagerfeuer angezündet, die ein oder andere Geschichte erzählt und ein paar Liadln zur Ziachorgel gesungen. Die Hirten verbringen den Großteil des Abends bei den Tieren. Sie sind ihre Seelenverwandte. Im biblischen Sinne die guten Hirten. Das ist in dieser Nacht in besonderer Weise zu fühlen.

Alm-Abtrieb am Samstag, 17. September

Am Samstag-Morgen, gegen 6 Uhr setzt sich der große Viehtreck in Bewegung. Von der Hochfeldern-Alm nach Leutasch, über Buchen, Telfs, zum Gerhardhof nach Wildermieming und zur letzten Rast in Affenhausen, beim Gasthof Traube. Kurz nach 15 Uhr setzt sich der Zug wieder in Bewegung. Ziel ist der Kälberhagl beim Post Hannes in Obermieming. Den Viehzug führen die Tefeleträger an, das sind heuer Eva Spielmann, Karina Oberhofer, Laurien Kapeller, Elisa Kapeller und Theresa Spielmann. Es folgen die Alm Hirt-Familie Pia und Norbert Kluckner und all die anderen Hirte. Musikalisch begleitet von den Hirten Christoph Post, Herbert Hanni und Andi Grabner. Jüngster an Bord ist der fast 3jährige Emanuel Grabner. Der Bub hat erkennbar alle Talente von Vater Andi. Das Ziachorgel-Ensemble sitzt auf einem Wagen mit Strohballen, Hennen-Kastln und anderen Utensilien, gezogen von einem alten Warcholowsky-Traktor, geschätztes Baujahr 1957, chauffiert vom Eigentümer Josef Sonnweber. Die Wege, vorbei am Gasthof zur Post und der Josefskapelle zum Festplatzl werden von applaudierenden Zaungästen gesäumt. Einheimische und Gäste.

Gäste sind willkommen

Seit neun Jahren laden die Mieminger Bauern am Ende des Almsommers nun schon zum Almabtriebs-Festl ein. Dabei führen traditionell die Bauern Regie – Mieminger Ortsbauern- und bäuerinen, Jungbauernschaft / Landjugend. Unsere Fotos belegen: der Mieminger Almabtrieb ist kein touristischer Event wie an manch anderem Ort, wo ein paar Tiere so oft im Kreis herumgeführt werden, bis sie der letzte Sommerfrischler fotografieren konnte. „Gäste sind uns aber immer willkommen“, sagt Almmeister Klaus Scharmer.

Fotos: Michael Sonnweber

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
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