Renovierung Kirche Barwies – „Herausforderung Trockenlegung“

Wer in diesen Tagen einen Blick in die Pfarrkirche Barwies wirft, könnte annehmen dass der Verhüllungskünstler Christo in Mieming weilt. Die Altäre sind im Stile des weltberühmten Künstlers verpackt und der Innenraum erstrahlt in lichtem Weiß.

„Wir sind zeitlich im Plan“, sagt Martin Stocker vom Pfarrkirchenrat, der uns über den Stand der Renovierungsarbeiten informiert.

Ab September wieder Gottesdienste

„Im Plan“ zu sein bedeutet, dass voraussichtlich ab Anfang September wieder Gottesdienste in der Dreifaltigkeitskirche von Barwies gefeiert werden können. „Die Planungen zur Renovierung begannen vor ein bis anderthalb Jahren und die veranschlagte Kostensumme von höchstens 400-tausend Euro wird nach derzeitigen Erkenntnissen wohl nicht überschritten werden müssen“, so Stocker. Der Renovierungsausschuss habe solide gearbeitet.

Renovierungsherausforderung Trockenlegung

„Die größte Renovierungsherausforderung war die Trockenlegung der Kirche außen und innen“, berichtet Martin Stocker. Dabei sei man auf eine Fundament-Tiefe von 1 1/2 bis 2 Meter vorgedrungen. So etwas hätte es wohl bei früheren Renovierungen nicht gegeben. Bei diesen Arbeiten sind die Handwerker im Innenbereich auf Mauerwerk gestoßen, das vermutlich das Außen-Fundament einer früheren Kirche war. „Das prüfen zur Zeit die Denkmalpfleger“, so Stocker, genaueres weiß man noch nicht. Das Mauerwerk, im Bereich der Kirchenbänke, wurde kartiert und wieder mit einer Rollierung (Steinschüttung) bedeckt. Für den Außenputz ist ein wasserabweisender Kalk-Trasszement vorgesehen. Diese neue Putztechnik wird nach Vorarlberg erstmals in Tirol angewandt.

Kirchenbänke wurden gesandstrahlt

Die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche Barwies gehen zügig voran. Auf dem Plan der Handwerker stehen, neben der abgeschlossenen Trockenlegung innen und außen, die Restaurierung der Fassade und des Kirchenturmes mit Wandmalereien. Die Kirchenbänke wurde gesandstrahlt und warten derzeit in der Maschinenhalle auf ihren Wiedereinbau. Vermutlich belässt man sie naturholzfarben. Bei den hinteren Säulen wird ein schmiedeeisernes Sicherungsgitter eingebaut und auf der Empore eine Absturzsicherung. Eine Einbruchsicherung an den Sakristeifenstern sei heute „präventiver Standard“.

Marienaltar wird verlegt

Der Marienaltar wird vom vorderen Bereich nach hinten rechts verlegt und in dem kurzen Mauergewölbe, wo früher der Beichtstuhl war, kommt künftig eine Anschlagtafel mit einfacher Schriftenablage hin, sowie eine Seitenwand mit Gedenktafeln und Kirchenchronik. In Ergänzung des Kassettenbodens im vorderen Kirchenbereich wird die Boden-Oberfläche erneuert und im Mittelgang sind schmale Teppichläufer vorgesehen. Bis auf den Altarraum wird der komplette Boden erneuert.

Lichtstimmung auf Knopfdruck

Etwas ganz besonderes dürfte die neue Beleuchtungstechnik der Kirche werden. „Auf Knopfdruck kann bei einer Messe oder anderen kirchlichen Festen die Lichtstimmung verändert werden“ sagt Martin Stocker. Beleuchtungsexperte Franz Stark habe diese Technik entwickelt und zum Beispiel in der Wallfahrtskirche Kaltenbrunn installiert. Bis auf die Leuchter, anstelle der Luster, werden die Kirchenbesucher keine Beleuchtungskörper mehr sehen. „Die Lampen sind zweitrangig“, so Stocker, „wichtiger sei die Leuchttechnik“ und die werde dafür sorgen, dass „die Kirche ganz anders wirkt“.

Ornamentmalerei entdeckt

Bei der bisherigen Freilegung des Außenputzes habe man eine frühere Ornamentmalerei entdeckt, die Rückschlüsse auf die weit zurückliegende Außenfassade zulässt. Auch in dieser Sache erwarten die Mitglieder des Renovierungsausschusses Erkenntnisse aus einer später vorliegenden Analyse des Denkmalschutzamtes. Gefunden wurde übrigens auch eine 10-Schilling-Münze, deren Alter auf 50 bis 60 Jahre geschätzt wird. Vermutlich fiel die, für eine Kollekte vorgesehene Münze, unter den Holzboden des Kirchengestühls.

Wiedereröffnungsgottesdienstzu Erntedank

Der Renovierungsausschuss, unter der Obmannschaft von Altbürgermeister Dr. Siegfried Gapp, zeigt sich im übrigen hocherfreut über die bisherige Spendenbereitschaft der Gemeindebürgerinnen und –bürger. Rund 30.000 Euro seien bisher gesammelt worden und es werde weiterhin um Spenden für die Renovierung gebeten. „Was noch eine große Unbekannte sein dürfte“, sagt dazu Martin Stocker, „ist das Dach des Kirchturmes und die Freskenmalerei“. Es werde auch weiterhin gut kalkuliert, damit diese Arbeiten in Folge auch noch finanzierbar seien. Bemerkenswert sei der Einsatz aller Helferinnen und Helfer aus dem Nachbarschaftsbereich der Kirche. Ohne die ehrenamtliche Hilfe der Gemeindemitglieder wären die Kosten für die Renovierung in einem „vermutlich unerschwinglichen“ Bereich. Wenn nichts Unvorhersehbares dazwischenkommt, werden die Restaurierungsarbeiten Ende August beendet sein. Dann geht es nur noch um die Ausschmückung, der in neuem Glanze erstrahlenden Kirche in Barwies für den Wiedereröffnungsgottesdienst, voraussichtlich zu → Erntedank.

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
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