Isidori und Herz-Jesu-Fest 2011 – Nächste Zwei-Pfarren-Prozession erst 2095

Zum ersten Mal seit 1859 wurden in Mieming heuer wieder Isidori- und Herz-Jesu-Fest gemeinsam gefeiert. Die „2-Pfarren-Prozession“ ist etwas Ungewöhnliches und wird das nächste Mal erst wieder 2095 stattfinden.

Der Grund für das gemeinsame Fest war das späte Ostern heuer. Deshalb fielen Herz-Jesu und das Fest zu Ehren des heiligen Isidor auf Sonntag, den 3. Juli 2011. 

Die Herz-Jesu-Prozession findet traditionell in Barwies statt. Wegen der Kirchenrenovierung wurde das Fest nun gemeinsam mit der Isidori-Prozession in Untermieming gefeiert.

Herz-Jesu-Feuer am 3. Sonntag nach Pfingsten

Pfarrer Paulinus Okachi leitete die Messe. Die Herz-Jesu-Feuer werden jedes Jahr am 3. Sonntag nach Pfingsten entzündet. Neben dem Fronleichnamsfest ist die Isidori-Prozession in Mieming ein Hochfest, das immer am ersten Sonntag im Juli stattfindet. Unter den Gästen sahen wir u.a. Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa und Bürgermeister Dr. Franz Dengg.

Isidori-Fest in Mieming seit 1643

Nach einer alten Urkunde der Isidori-Bruderschaft gab es schon 1643 ein Isidori-Fest auf dem „Miemingerperg“. [pullquote]Das Isidori-Bild von Anton Zoller (1695 – 1768) in der Untermieminger Pfarrkirche belegt die jahrhundertealte Verehrung des Heiligen in Mieming. Der heilige Isidor war ein Bauer. [/pullquote]Ein frommer Mann, der sich auch durch die Drohungen seines Lehnsherrn nicht davon abbringen ließ, den Gottesdienst zu besuchen und seine Arbeit dafür liegen zu lassen. Als er nach dem Gebet aufs Feld kam, hatten Engel schon gepflügt. Diese Legende stellten die Mitglieder der Isidorbruderschaft von Untermieming in einer Prozession dar. Der heilige Isidor ist 1070 in Madrid geboren und am 15. Mai 1130 gestorben.

Isidori-Bruderschaft

Diese Bruderschaft wurde bereits im Jahre 1643 (21 Jahre nach der Heiligsprechung) zur Verehrung und Nachfolge des heiligen Bauernsmann Isidor errichtet. Untermieming ist Sitz einer eigenen Isidorbruderschaft. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen, Jugendliche und Kinder wurden in ihr aufgenommen. Die Bruderschaft umfasste Mitglieder aus der Pfarre zu Mieming mit Mötz, Obsteig, Barwies und Wildermieming und der weiteren Umgebung. 1938 wurden die letzten Mitglieder in die Isidori-Bruderschaft eingeschrieben und seitdem ruht diese Bruderschaft, doch die Isidori-Prozession blieb bis auf den heutigen Tag erhalten.

Hilfreiche Engel

Die geschnitzte Figur des pflügenden Heiligen wird auf einem Podest getragen, flankiert von zwei kleinen Jungen, die die hilfreichen Engel darstellen. Heuer waren das der 3 1/2jährige Manuel Kapeller aus Obermieming und der 4jährige Jonas Maurer aus Untermieming. Für die Kinder ist das eine besondere Ehre, in prächtigen Rokoko-Gewändern an der Prozession teilnehmen zu dürfen. Ihre Väter tragen das Ferkulum. Die Prozession führt ein Engel mit Helm und Federbusch an. Die Mieminger Sänger tragen während der Prozession die Reliquie des Heiligen. Den Reliquienbehälter schuf ein Schwazer Goldschmied und er wird seit dem 25. Juni 1901 in Mieming aufbewahrt.

Herz-Jesu-Fest und Berfeuer

Das Herz-Jesu-Fest geht auf das 19 Jahrhundert zurück. 1796 versprachen Tiroler Landstände angesichts der drohenden Gefahr durch die Truppen Napoleons I feierlich, das Land dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen und dies jährlich wieder zu bedenken. [pullquote]Als Herz Jesu Sonntag wurde der erste Sonntag nach dem Fronleichnam Fest gewählt. [/pullquote]Andreas Hofer erneuerte das Gelöbnis vor der Schlacht am Berg Isel gegen die Franzosen und Bayern. Hofers Truppen siegten überraschend und dies machte den Herz Jesu Sonntag zum Feiertag. Zeichen dafür sind heute noch die Feuer die auf den Bergen entzündet werden und den Himmel erleuchten.

Frühschoppen-Konzert zum Festausklang

Nach der „Zwei-Pfarren-Festprozession“ traf sich die Gemeinde zum auf dem Kirchplatzl in Untermieming zum Pfarrfest. Der Erlös des Festes kommt in voller Höhe der Renovierung der Pfarrkirche in Barwies zugute. Zum Frühschoppen-Konzert spielte die Musikkapelle Mieming, unter der Leitung von Kapellmeister Christian Holzeis zum Auftakt den „Vindobona-Marsch“, einen Alt-Österreichischen Traditionsmarsch. Es folgten „Böhmischer Traum“, eine Konzertpolka und „Der Vater des Regiments“, mit Flügelhorn-Solist Helmut Happ. Im zweiten Teil des Konzertes übernahm Nicole Holzeis (Kapellmeister Stv.) den Dirigentstab. Die Musikkapelle spielte unter ihrer Leitung u.a. Stücke aus der Welt des Schlagers, bis hin zum Marsch „Mein Tirolerland“ u.a. Bis zum Nachmittag unterhielten „Der lustige Willi“ mit Charly Haselwanter das Publikum mit bekannten Hits vom Feinsten.

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
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