Volksmusikprojekt Jodlschdu, Jodlia

VolksmusikprojektSo viele Menschen sieht man selten in Miemings guter Stube: Zum großen Finale des gemeinsamen Jahresprojektes 2010/2011 der Volksschule und des Kindergartens Untermieming „Jodlschdu – Jodlia“ kamen am Freitag, dem 17. Juni 2011 sicherlich mehr als 350 Gäste in den Gemeindesaal. Vielleicht war es ja die humorvoll gestaltete Einladung, die allen das versprach, was an diesem warmen Vorsommerabend zu erwarten war: „Schiane Liadln und lustige Gstanzl“ und „a guate Jausn von die Bäuerinnen“, damit der „Bauch nit laar bleibt drinnen“. Mit Erlaubnis der Projektleiterinnen veröffentlicht Mieming-Online Ausschnitte aus einer eigens von Markus Kranebitter produzierten Live-CD zum Projekt.

Volkskultur als kreative Lernkultur

“Zweck dieses Projektes”, so die Projektleiterin, Volksschuldirektorin Veronika Fritz, “war die Auseinandersetzung mit dem volkskulturellen Erbe und dessen sinnvolle Einbindung in ein zeitgenössisches Kulturbewusstsein. Die Kinder erfuhren Volkskultur als kreative Lernkultur. Gemeinsames Singen von Volksliedern, Musizieren auf alten Volksmusikinstrumenten und Tanzen einfacher Volkstänze bereicherten den Schul- und Kindergartenalltag. Es war uns ein Anliegen, die Melodien und Texte bekannter Volkslieder wieder frei zu singen”. Eine Voraussetzung dafür war das Verstehen der Mundart. Kindergartenleiterin Barbara Falch: “Mit unserem Projekt versuchten wir bei den jungen Menschen Sinn für Bräuche und Traditionen zu wecken und weiterzugeben”.

“Holari – Holaro” zum Auftakt

Über 120 Kinder waren trachtig gekleidet, die Kleinsten begrüßten ihr Publikum sitzend von der Bühne. Die Projektleiterinnen, Volksschuldirektorin Veronika Fritz und Kindergartenleiterin Barbara Falch begrüßten das Publikum, zahlreiche Ehrengäste und stellten ihr Projekt vor, bei dem es zwar um den „Erhalt des kulturellen Erbes ging“, das aber vor allem – so Veronika Fritz – die Kindergartenkinder in unterhaltender Weise auf die Volksschule vorbereitete. Mit „Holari – Holaro“ eröffneten die Mieminger Sänger den überwiegend musikalischen Abend.

Kemmts lei einer in die Stubn

Präsentiert wurden viele bekannte Volkslieder wie “Singen isch inser Freid” oder “Kemmts lei einer in die Stubn”. Zu hören war u.a. Mathias mit der Ziachorgl und dem “Gamsjägermarsch” oder die Bayrische Polka mit Daniela und Martina an Hackbrett und Harfe. Zwischendurch gab es stimmungsvolle Tänze, wie den Tanzl Kikeri der ersten beiden Kindergartenjahrgänge oder den Tanzl “Siebenschritt” der 1. und 2. Volksschul-Klassen. Lukas spielte auf der Ziachorgel die “Auenpolka” und der Trachtenverein Edelweiß wußte mit dem “Firgurentanz” zu begeistern. Und immer wieder erfreute sich das Publikum über die Liadln wie “Was braucht am auf an Bauerndorf” oder “Fein sein beiander bleiben”. Mit “Wenn du durchgeasch durchs Tal” beendeten die Mieminger Sänger den offiziellen Teil des Abends.

Ehrenschutz und Ehrengäste

Veronika Fritz und Barbara Falch begrüßten neben Bürgermeister Dr. Franz Dengg, der den Ehrenschutz für das Projekt übernahm, auch zahlreiche weitere Ehrengäste, darunter u.a. den Bezirksschulinspektor Mag. Thomas Eiterer, Prof. Johanna Pöll (Pädagogische Akademie Stams), Pfarrer Paulinus Okachi, Kapellmeister Christian Holzeis (MK Mieming), Luise van Staa (Gattin des Landtagspräsidenten), Vize-Bürgermeister und Kulturreferent Klaus Scharmer, Altbürgermeister Karl Spielmann, Bezirksbäuerin Renate Dengg, Kindergartenleiterin Lydia Neuner-Köll (Barwies), Ortsbäuerin Michaela Maurer und zahlreiche Kolleginnen wie Schulleiterin Dipl. Päd. Michaela Gürtler der Volksschule Ötzerau, Dipl. Päd. Angelika Falkner von der Volksschule Obsteig und Hauptschuldirektor Reinhard Wieser aus Mieming.

Begegnung zwischen den Generationen

Das Projekt diente auch der Begegnung zwischen den Generationen. Ebenfalls großen Wert legten die Projektleiterinnen auf die Begegnung auf das gemeinschaftliche Miteinander von Jung und Alt. “Das Einbinden der Dorfgemeinschaft und der Kontakt zu den örtlichen Vereinen im Zusammenhang mit der Brauchtumspflege lagen uns am Herzen”, sagt Veronika Fritz. Das waren das wöchtentliche gemeinsame Singen, Tanzen und Spielen der Kindergarten- und Volksschulkinder. Barbara Falch: “Alle waren mit Begeisterung dabei”.

Musikalische Kostproben:

Geborgenheit und Heimat

Die vertrauten Klänge vermittelten Geborgenheit und Heimat. Jedes Kind erhielt zum Abschluss eine gute gefüllte Volksliedermappe und eine CD mit einer Auswahl an geübten Liedern aus dem Jahreskreis. Das Projekt, so die Projektleiterinnen, “diente der Förderung der Sozialkompetenz an der Nahtstelle Kindergarten – Schule”. Vielleicht sei es gelungen, “bei unserer Jugend durch das Erkennen des Eigenen das Verständnis für die Besonderheiten des Anderen ein wenig anzubahnen, was in unserem Vereinten Europa wünschenswert wäre”. Das Mieminger Projekt fand in Kooperation mit dem Tiroler Volksliedwerk und dem Schulprojekt “mit allen Sinnen” statt.

Links zum Thema:
Volksschule Untermieming: www.vs-untermieming.tsn.at
Kindergarten Untermieming: www.mieming.tirol.gv.at
Mieminger Tanzlmusig: www.musikkapelle-mieming.at
Tiroler Volksliedwerk: www.volkslied.at
Schulprojekt “mit allen Sinnen”: www.mit-allen-sinnen.at

Fotos: Knut Kuckel
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Knut Kuckel

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Mehr als drei Jahrzehnte Rundfunk-Journalist: Belgischer Rundfunk (BRF), Südwestfunk (SWF1), Hessischer Rundfunk (hr), zuletzt hr-Studioleiter (Mittelhessen) in Giessen. Ich lebe in Mieming (Tirol) und bin seither im aktiven Ruhestand. Heute schreibe ich am liebsten über die Menschen der Mieminger Berge u.a. für unseren Dorf-Blog "Mieming-Online.at", "Almschreiber.at" und die "Mieminger Dorfzeitung".

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